Wenn Fahrrad und Kunst zusammentreffen, entstehen Kunstwerke auf zwei Rädern | Selle Royal

Wenn Fahrrad und Kunst zusammentreffen, entstehen Kunstwerke auf zwei Rädern

Bike Culture & Tips
Wenn Fahrrad und Kunst zusammentreffen, entstehen Kunstwerke auf zwei Rädern

Jeder nutzt das Fahrrad zu einem anderen Zweck: den einen dient es zur schnellen Fortbewegung in der Stadt, andere genießen die Bewegung an der frischen Luft, manche führen Umweltgründe an oder sehen es als willkommenes Möglichkeit an, um in Form zu bleiben. Man kann mit ihm aber auch aus nächster Nähe Kunst und Kultur erleben und sich nicht nur des Ziels, sondern auch des Weges erfreuen. Die Einwohner von Amsterdam können zum Beispiel eines ihrer wichtigsten Museen mit dem Fahrrad durchqueren!
Bei den 2003 begonnenen und 10 Jahre später abgeschlossenen Renovierungsarbeiten am Rijksmuseum, wurde ein Wunsch der Amsterdamer berücksichtigt, die das Fahrrad seit jeher als Fortbewegungsmittel bevorzugen: die Durchfahrt durch das Museum wurde so instand gesetzt und verbessert, dass man nun mit dem Fahrrad direkt an den Sälen des Museums vorbeiradelt. Die Architekten ließen den Fahrradweg intakt und bereicherten ihn mit großen Glasfenstern, die beim Durchfahren der mächtigen Portale herrliches Licht spenden, ganz nah an den großen Meisterwerken von Rembrandt und Vermeer.

Die Entwicklung des Fahrrads selbst ist ein echter Ausflug durch die Kunst, da es aus einer genialen Idee entstanden ist, ergänzt mit einer gehörigen Portion an Kreativität. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es immer wieder erneuert und perfektioniert, wobei seine Persönlichkeit unverändert stark blieb. Genau in diesem Jahr feiert ein weiteres Museum ein bedeutendes Jubiläum: die Erfindung der Laufmaschine durch den deutschen Forstbeamten Baron Karl von Drais im Jahr 1817, die als erster Prototyp des Fahrrads gilt. 
Im Dreiländermuseum von Lörrach in der Nähe von Basel ist bis zum 17. September eine Ausstellung zu sehen, die die Geschichte seit der Erfindung des ersten primitiven Zweirads ohne Pedale bis zum modernen E-Bike nachzeichnet, indem sie die Entwicklungsschritte dieses außergewöhnlichen Transportmittels beschreibt.

Die aus Holz angefertigte Laufmaschine bestand aus zwei Rädern mit jeweils acht Speichen und einem Lenker zum Steuern und wurde lediglich mit den Beinen angetrieben. Für eine erste „lange“ Probefahrt diente der Hin- und Rückweg zwischen Mannheim und Schwetzingen, wobei der Erfinder stolze 28 Kilometer mit dem neuen Gefährt zurücklegte. Eine ideale Gelegenheit also, um sich zu Ehren dieses bedeutenden Ereignisses auf den Sattel zu schwingen und auf die Spuren dieser ersten Probefahrt zu begeben. Abfahrtsort ist der eindrucksvolle Friedrichsplatz mit dem bekannten Wasserturm, von wo aus die Strecke bis zum sehenswerten Barockschloss von Schwetzingen mit seinem prachtvollen und weitläufigen Park führt.
Genau wie der Baron von Drais kehren wir anschließend zurück nach Mannheim, wo zum 100-jährigen Jubiläum des Fahrrads zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Darunter eine multivisuelle Bildershow aus Theater, Musik und Licht, die am 16. September im Hof des Mannheimer Schlossaus dem 18.Jh. gezeigt wird, dem heutigen Sitz der Universität.

Angesichts der enormen Fortschritte, die das erste Fahrrad seit 1817 vollzogen hat, kann man auch all jene als Künstler bezeichnen, die mit ihren einfallsreichen und kreativen Eingebungen unterschiedlichste Aspekte des Zweirads verbessert haben und damit ausschlaggebend für seine heutigen Merkmale in Bezug auf Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit waren.

Die Erfindung der Pedale, des Kettenantriebs, der Gummireifen, des Sattels, der Gangschaltung oder der Trethilfe: welche dieser zahlreichen Verbesserungen ist Ihrer Meinung nach die wichtigste?

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