Wenn Kunst und Technologie sich vereinen, misst sich Schönheit in Radlängen | Selle Royal

Wenn Kunst und Technologie sich vereinen, misst sich Schönheit in Radlängen

Bike Culture & Tips
Wenn Kunst und Technologie sich vereinen, misst sich Schönheit in Radlängen
Juli 2018

Stellen wir uns der Realität: Jeder, der sich auf den Sattel eines Fahrrads schwingt, weiß, dass er kräftig in die Pedale treten muss, dass er länger brauchen wird, um bestimmte Fahrtziele zu erreichen und dass er ständig Augen und Ohren offen halten muss, um allen Gefahren im Straßenverkehr auszuweichen.
Was ist es also, das trotz allem jedes Jahr immer mehr Menschen vom Fahrrad überzeugt? Vielleicht liegt es daran, dass Radfahrer weniger Stress aufbauen als Autofahrer. Vielleicht sind es auch die positiven Auswirkungen, die die körperliche Betätigung auf Körper und Geist haben. Oder das Bewusstsein, dass diese Entscheidung, die uns alles in allem so wenig kostet, unserem Planeten so viel hilft.
Damit diese Entscheidung noch leichter fällt, sorgen Architektur und Städtebau für immer mehr Service und innovative und faszinierende Wege für Radfahrer.

So entstehen Meisterwerke wie der Nelson Street Cycleway in Auckland, Neuseeland. Die Idee kam von Architekten und gewann den ersten Preis in der Kategorie Transport beim World Architecture Festival 2016 in Berlin. Dabei wurde eine aufgegebene Autobahnrampe in einen der spektakulärsten Radwege der Welt verwandelt.

Auf dieser 600 Meter langen Strecke können Radfahrer das Finanzzentrum der Stadt und den Strand erreichen, ohne mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen. Es sind aber vor allem zwei Dinge, die diesen Radweg zu etwas ganz Besonderem machen: der harzhaltige Bodenbelag in Neonpink und die Seitenwand aus Glas, die nachts mit farbigen LEDs aufleuchtet, wenn jemand vorbeiradelt.
Auf diesem Radweg ans Meer zu fahren, ist eine wirklich einzigartige Erfahrung, denn Licht, Transparenz und Farben verschmelzen hier zu einem harmonischem Ganzen, das im wahrsten und tieferen Sinne einer Kunstinstallation von surrealer Schönheit gleicht.

Wenn wir weiter von faszinierenden Dingen sprechen wollen, kommen wir nicht umhin, einem Land zu huldigen, das Zartheit und Eleganz zu seinem Leitmotiv gemacht hat - Japan.
Dort findet man den Shimanami Kaido, einen 70 km langen Rad- und Fußgängerweg, der sieben der größten Inseln Nippons miteinander verbindet. Eine Fahrt auf dieser Strecke bedeutet, sich über das Meer zu schwingen, märchenhafte Landschaften zu schauen und eine tausendjährige Kultur kennen zu lernen – und das alles auf Straßen und Hängebrücken, die früher für den Autoverkehr gedacht waren, jetzt aber ausschließlich Radfahrern und Fußgängern vorbehalten sind.

Die Größe eines Landes bemisst sich auch nach dem, was es seinen Besuchern bietet: Auf der Shimanami Kaido findet man gut vierzehn Fahrradverleiher, und für alle, denen die Strecke auf dem Fahrrad zu lang wird, gibt es kleine Fähren, die Radfahrer von Insel zu Insel bringen.

Und zum Abschluss möchten wir noch von der kurz bevorstehenden Eröffnung des bereits jetzt als “schönsten Radweg Europas” bezeichneten Garda by Bike berichten, einer malerischen, entlang steil abfallender Felsen über dem Wasser des Gardasees verlaufenden Strecke, die am 14. Juli mit einem ersten Teilabschnitt eingeweiht und für die Öffentlichkeit geöffnet wird.
Die ersten beiden Kilometer einer Ringstrecke, die bis 2021 auf ca. 140 km angewachsen sein wird, beginnen in Limone sul Garda (Brescia) und führen um das gesamte Seeufer - für alle Radfreunde bieten sich atemberaubende Ausblicke auf eines der schönsten Panoramen unseres Planeten.

Die Welt ist sicher voll anderer herrlicher Radstrecken, die nur darauf warten, von den Liebhabern des Radsports entdeckt zu werden. Darum sind wir neugierig auf Ihre persönliche Lieblingsstrecke unter den vom Erfindungsgeist des Menschen geschaffenen Meisterwerken. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und anderen, damit sich alle an den Schönheiten unserer Erde erfreuen können.
Denn die Schönheit liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern wohl auch in den Beinen des kräftig in die Pedale tretenden Radfahrers!

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