Wie Sie ihren Sattel korrekt einstellen können | Selle Royal

Wie Sie ihren Sattel korrekt einstellen können

Bike Culture & Tips

Wie Sie ihren Sattel korrekt einstellen können
August 2020

Wenn Sie den richtigen Sattel gewählt haben, können Sie bei jeder Fahrt das Beste aus ihrem Rad herausholen, aber nur, wenn er richtig montiert ist. Nach dem Kauf des idealen Sattels ist es daher unerlässlich, ihn korrekt zu montieren, um Beschwerden hinsichtlich Körperhaltung und Komfort zu vermeiden, die durch eine falsche Montage auf langen Strecken verursacht werden können.

Es gibt drei Satteleinstellungen, auf die wir achten müssen, um das Fahrerlebnis auf dem Fahrrad in vollen Zügen genießen zu können: Höhe, Setback und Neigung.

1) WIE MAN DIE RICHTIGE SATTELHÖHE ERMITTELT

Die Sattelhöhe (wie auch die anderen Einstellungsparameter) hat einen direkten Einfluss auf Probleme wie Rücken- oder Knieschmerzen. Es ist daher von grundlegender Bedeutung, diesen Wert zu ermitteln und zu kontrollieren. Es gibt zwei Methoden zur Bestimmung der korrekten Sattelhöhe: die erste ist empirisch und basiert auf einer mathematischen Formel, die zweite ist schneller, aber weniger präzise.

Methode 1) Zuerst messen Sie Ihr "Pferd": Stehen Sie barfuss, legen Sie ein Buch zwischen Ihre Beine (das die Abstützung im Sattel simuliert) und bitten Sie eine andere Person, den Abstand zwischen dem Boden und der Spitze des Buches mit Hilfe eines Maßbands zu messen. Das ist Ihr "Pferd". Das Pferd muss mit 0,883 multipliziert werden, um die anfängliche Sattelhöhe zu erhalten. Zum Beispiel: Bei einem Pferd von 80 cm beträgt die Messung der Sattelhöhe 70,6 cm. Wie wird dieses Maß bestimmt? Gemessen wird von der Tretlagerachse (der Mitte, in der sich die Kurbeln drehen) entlang des Sitzrohrs bis zum oberen Ende des Sattels.

Methode 2) Wenn Sie nicht viel Zeit haben, um die Sattelhöhe einzustellen, können Sie sich neben dem Fahrrad positionieren und den Sattel so weit hochsetzen, dass er Ihre Hüfte berührt. Dies ist eine schnelle Methode, die jedoch eine zeitnahe Radfahrt erfordert, um zu beurteilen, ob die Sattelhöhe nicht zu hoch ist.

In beiden Fällen müssen Sie, nachdem Sie die Höhe eingestellt haben, überprüfen, ob diese auch zutreffend ist.

Stellen Sie das Fahrrad an eine Wand oder auf einen Ständer, steigen Sie auf den Sattel und bringen Sie die Kurbel mit Ihrem rechten Fuß senkrecht nach unten, in den Mittelpunkt. Machen Sie in dieser Position (mit den Händen am Lenker) ein Foto und beachten Sie: Das Bein darf nicht ganz gestreckt sein und der Fuß muss mit der Spitze nach unten leicht geneigt sein. Wenn das Bein gerade und der Fuss stark geneigt ist, senken Sie den Sattel um einige Millimeter ab und versuchen Sie es erneut. Ist das Bein hingegen sehr stark gebeugt und die Ferse tiefer als die Fußspitze, bedeutet dies, dass der Sattel zu niedrig ist, so dass Sie ihn um einige Millimeter anheben und es erneut versuchen können.

Fahren Sie fort, bis Sie den richtigen Mittelwert gefunden haben und das Pedalieren flüssig erscheint.

2) WIE MAN DEN KORREKTEN SETBACK BESTIMMT​

Um festzustellen, ob der Setback korrekt ist, steigen Sie auf das Fahrrad, bringen Sie den rechten Fuß in die Schubphase, oder stellen Sie das rechte Pedal gerade und parallel zum Boden in Richtung Vorderrad. Machen Sie ein Bild und schauen Sie auf Ihr rechtes Knie: die Vorderkante der Kniescheibe befindet sich beim Drücken in einer Linie mit dem Pedal.​

Befindet sich die Knie-Spitze oder die Vorderkante der Kniescheibe vor der Fussspitze, bedeutet dies, dass der Sattel zu weit vorne ist. Liegt das Knie weiter hinten als die Ferse, bedeutet dies, dass der Sattel zu weit hinten liegt. Wie wird dies behoben? Bewegen Sie den Sattel (je nach Situation) um jeweils 3 mm nach vorne oder hinten und wiederholen Sie den Vorgang.

Streben Sie natürlich nicht nach Perfektion, sondern versuchen Sie, sich diesem Standard anzunähern, und denken Sie dabei immer daran, dass die Position beim Treten als angenehm empfunden werden muss.

3) WIE MAN DIE NEIGUNG DES SATTELS EINSTELLT​

Der letzte wichtige Faktor ist die Neigung des Sattels: Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese Einstellung für Rückenschmerzen auf dem Fahrrad verantwortlich ist, wenn sie nicht korrekt vorgenommen wird. Es gibt keine "Standard"-Einstellung, die Position im Sattel ändert sich von Radfahrer zu Radfahrer. Dies hängt von der Sitzposition auf dem Fahrrad (sportlich, mäßig oder entspannt), dem Fahrradtyp, Ihrer Anatomie und dem Satteldesign ab.

Um die für Sie richtige Neigung zu bestimmen, können Sie die folgenden Schritte ausführen. Beginnen Sie, indem Sie den Sattel parallel zum Boden aufstellen: Benutzen Sie ein Buch oder eine Wasserwaage, legen Sie diese von hinten auf den Sattel auf bis zur Spitze und positionieren Sie den Sattel ohne Neigung.

Dann steigen Sie auf das Fahrrad und treten Sie in die Pedale, dabei können die folgenden drei Situationen auftreten:

  • Das Becken bewegt sich richtig und Sie fühlen keine Beschwerden im Genitalbereich: der Winkel des Sattels ist richtig;

  • Fühlen Sie dass das Becken in der Bewegung blockiert ist und einen Druck unter den Genitalien: die Nase des Sattels ist immer noch zu hoch, es ist ratsam, sie leicht um einige Grad zu neigen;

  • Gleiten Sie beim Treten nach vorne und spüren Sie eine starke Belastung der Arme: der Sattel ist zu stark nach unten geneigt. Verringern Sie den Winkel, bringen Sie die Sattelnase leicht nach oben und versuchen Sie es erneut.

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Sobald diese drei Einstellungen vorgenommen wurden, müssen Sie sie nur noch mit einem Drehmomentschlüssel festziehen (ohne die vom Fahrrad- oder Komponentenhersteller angegebenen Drehmomentempfehlungen zu überschreiten). Oder ziehen Sie in jedem Fall einfach die Kragenschraube der Sattelstütze fest an. Nehmen Sie zum Schluss den Sattel an beiden Enden fest und versuchen Sie ihn zu bewegen: Der Sattel darf sich nicht bewegen.

Nachdem der Sattel installiert und richtig eingestellt ist, wünschen wir Ihnen eine gute Fahrt!

Auszug aus dem in Zusammenarbeit mit Bikeitalia.it verfassten eBook „Guida alla scelta della sella giusta“ 

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